Wednesday, 21 April 2010

Music Marketing, PR and the Red Hot Chili Peppers - Interview with Klaus Fischer, ARGO Konzerte


Klaus Fischer, Manager of the PR- and Press Department at ARGO Konzerte, talks about why PR is so important for the success of music-events, why PR can be identically equal to Marketing in general and what (quirky) situations a PR Manager for music events has to deal with.ARGO Konzerte is one of the most important concert promoters in Germany.

Was sind Ihre wichtigsten Aufgaben im Tagesgeschäft bzw. vor Ort bei Veranstaltungen?
Die wichtigste Aufgabe als Presse- und Öffentlichkeitsarbeiter in einer Konzertagentur ist im Prinzip ganz einfach. Nämlich dafür Sorge zu tragen, dass über die Konzerte und Shows die ARGO Konzerte veranstaltet, in der Presse berichtet wird. D. h. es muss gelingen viele bis sehr viele Artikel, sprich umfangreiche Veröffentlichungen, zu generieren. Dies ist bei einer Veranstaltung wie „Rock im Park“ einfacher zu bewerkstelligen als etwa bei einer Show mit Florian Silbereisen. Dennoch muss man beides mit der gleichen Professionalität angehen. Denn womit verdient eine Konzertagentur ihr Geld? Durch den Verkauf von Karten. Wie wird der Kunde aufmerksam auf eine Veranstaltung? Indem er einen Artikel oder Ankündigung in der Zeitung liest. Am Tage der Veranstaltung heißt es für den Pressemitarbeiter sich im in erster Linie um die Redakteure und Fotografen zu kümmern. Der Redakteur erhält die aktuellsten Infos zur Veranstaltung. Die Fotografen werden in den Pressegraben geführt, von wo aus sie ihre Bilder schießen dürfen. Und spätestens zwei Tage nach der Show heißt es die Zeitungen auszuwerten, um zu erfahren, was die Presse über die Veranstaltung geschrieben hat.

Warum wird die Presseabteilung bei ARGO gleichzeitig Marketing/PR-Abteilung genannt?
Weil sie auch für Marketingaufgaben zuständig ist. Dies beinhaltet zum einen die Abschlüsse von Präsentationsvereinbarungen. D. h. das Medium, in der Regel Tageszeitung oder Radio, stellt Medialeistung zur Verfügung. Bei einer Tageszeitung erhält der Veranstalter Anzeigenraum, über den er in einer bestimmten Form verfügen kann, im Radio sind es Sendeminuten. Im Gegenzug erscheint das Logo des Präsentators (=Medium) auf Plakat und Flyer. Eine Marketingmaßnahme kann aber auch sein, mit Öffentlichkeitsarbeit einer Veranstaltung in den Medien zu mehr Präsenz zu verhelfen. Das kann die Vermittlung eines Interviews sein, Verlosungen von Merchandisingartikeln, Einladungen zu Pressereisen, Verlosungen von Meet & Greets und vieles mehr.

Was macht gute Pressearbeit für einen Veranstalter wie ARGO Konzerte aus?
Eine gute Pressearbeit in der Konzertbranche zeigt sich dadurch, dass die oben genannten Maßnahmen greifen und so zu einem vollen Konzert oder einer ausverkauften Show beitragen. ARGO ist ein privat geführtes Unternehmen, das selbstverständlich auf seine Wirtschaftlichkeit achten muss. Aufgrund der guten Kontakte in der bundesdeutschen Tourneebranche gelingt es ARGO, Künstler zu veranstalten, die sofort Anklang in der Öffentlichkeit finden, weil jeder ihre Namen kennt. So z.B. Sting, Linkin Park oder Herbert Grönemeyer. Umso schöner ist es dann, wenn kleinere und weithin noch unbekannte Bands mit Hilfe von guter PR-Arbeit vor vollem Haus spielen, wie uns dies bei Die Ohrbooten im Dezember 2006 im Würzburger Soundpark Ost gelungen ist.

Warum ist es nicht immer gerechtfertigt, als Grund für das Floppen einer Veranstaltung schlechte Presse-/Marketingarbeit anzuführen?
Das Publikum entscheidet. Ich glaube an den selbstbewussten, aufgeklärten Konsumenten, sprich an den Käufer einer Eintrittskarte, der genau weiß, warum er sich ein Ticket besorgt oder auch nicht. Es hilft die beste Pressearbeit nichts, wenn der Künstler vom Publikum nicht angenommen wird. Eine solche Erfahrung mussten auch schon Bands wie die Rolling Stones und andere machen.

Wodurch zeichnen sich "schwierige" und "umgängliche" Medienvertreter aus?
Bei Argo Konzerte unterscheiden wir nicht in schwierige und umgängliche Medienvertreter. In Deutschland haben wir Pressefreiheit. Das ist richtig so und soll auch so bleiben. Wenn ein Medienvertreter sich entscheidet, über den einen oder anderen Künstler nicht berichten zu wollen, dann ist dies sein gutes Recht. Vielleicht hat die eine Zeitung oder Radio jetzt gerade nicht unbedingt Lust Merchandisingartikel zu verlosen, dann ist sie aber vielleicht beim nächsten Mal mit Begeisterung dabei, wenn es um ein Meet & Greet für ihr Publikum geht. Es ist ein Geben und Nehmen.

Was war das Skurrilste, das Ihnen in Ihrem Posten bei ARGO passiert ist
Es gibt Anekdoten, die gehören nicht in die Öffentlichkeit. Und es gibt Anekdoten, die vergisst man nicht. Wie diese: Bei einer Pressekonferenz zu „Lord Of The Dance“, der bekannten irischen Stepp-Tanz-Show, wollte ein Journalist dem „Herrn des Tanzes“ eine Frage stellen. Damit meinte er nicht Michael Flatley, der bei der Pressekonferenz anwesend war und der Erfinder der Show ist. Der Journalist war fest davon überzeugt, hinter „Lord Of The Dance“ stecke eine real existierende Person. Was natürlich Unsinn ist, er war aber nicht davon abzubringen. Oder bei „Rock im Park 2004“, da brachten die Red Hot Chili Peppers einen eigenen Koch mit. Anscheinend hat es den Peppers aber nicht geschmeckt, was dieser ihnen servierte, denn plötzlich tauchte die gesamte Band im allgemeinen Künstler-Catering auf und machte sich übers Büffet her...

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